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Smart Store Einzugsgebiete: Standort, Chancen und Herausforderungen

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Ob sich ein Smart Store lohnt, hängt vor allem vom Einzugsgebiet ab. Ein SB-Dorfladen braucht mindestens 1.500 Einwohner im Umkreis von fünf Kilometern, ein SB-Hofladen kann schon ab 800 funktionieren. Aber Einwohnerzahl allein sagt wenig aus — Kaufkraft, Wettbewerb, Verkehrsanbindung und Tourismus spielen eine genauso große Rolle. Hier zeige ich Ihnen, wie ich meinen eigenen Standort in Schöneburg analysiert habe, welche Zahlen wirklich zählen und wie Sie Ihr Einzugsgebiet in fünf Schritten bewerten.

Warum das Einzugsgebiet über Erfolg oder Scheitern entscheidet

Als ich 2022 meinen ersten SB-Dorfladen in Schöneburg geplant habe, war meine erste Frage: Reichen die Leute hier? Schöneburg ist kein großer Ort. Und ehrlich gesagt hatte ich am Anfang Zweifel, ob das wirtschaftlich aufgeht.

Heute weiß ich: Die Frage war richtig, aber zu einfach gestellt. Es geht nicht nur darum, wie viele Menschen in der Nähe wohnen. Es geht darum, wer diese Menschen sind, was sie brauchen und wo sie sonst einkaufen. Genau das ist eine Einzugsgebietsanalyse.

Definition: Was ist ein Einzugsgebiet?

Das Einzugsgebiet ist der geografische Bereich, aus dem Ihre Kunden kommen. Für einen Smart Store auf dem Land heißt das in der Regel: alle Ortschaften im Umkreis von drei bis sieben Kilometern. In der Stadt kann es ein einzelnes Wohnviertel sein.

Stellen Sie sich einen Kreis auf der Landkarte vor, mit Ihrem Laden in der Mitte. Die Menschen innerhalb dieses Kreises sind Ihre potenziellen Kunden. Wie groß dieser Kreis sein muss, hängt von Ihrem Konzept ab.

Typische Kennzahlen für Smart Stores

In meiner Beratung arbeite ich mit drei Kernzahlen: Einwohnerzahl im Einzugsgebiet, Fahrtzeit zum nächsten Wettbewerber und Kaufkraftindex. Wenn zwei von drei Werten stimmen, lohnt sich ein genauer Blick. Wenn alle drei passen, ist das ein sehr gutes Zeichen.

Bei meinem Standort in Schöneburg hatte ich rund 2.400 Einwohner im direkten Einzugsgebiet, der nächste Supermarkt war acht Minuten mit dem Auto entfernt, und die Kaufkraft lag leicht über dem Bundesdurchschnitt. Das hat gereicht — mehr als gereicht, wie sich herausgestellt hat.

Karte mit eingezeichnetem Einzugsgebiet eines Smart Stores im ländlichen Raum, Kreisradien bei 3 km und 5 km
Das Einzugsgebiet eines Smart Stores auf dem Land umfasst typischerweise drei bis sieben Kilometer Radius — je nach Wettbewerbssituation und Verkehrsanbindung.

Mindesteinwohnerzahl nach Konzepttyp

Ich werde oft gefragt: Ab wie vielen Einwohnern lohnt sich das? Die ehrliche Antwort: Das hängt vom Konzept ab. Ein Container-Store hat andere Fixkosten als ein SB-Hofladen mit eigenem Gebäude. Deshalb unterscheide ich in meiner Beratung immer nach Konzepttyp.

Konzepttyp Min. Einwohner (Umkreis 5 km) Optimaler Bereich Typische Ladenfläche
SB-Dorfladen 1.500 2.000–5.000 60–120 m²
SB-Hofladen 800 1.200–3.000 30–80 m²
Container-Store 1.000 1.500–4.000 15–30 m²
Hybrider Dorfladen 2.500 3.000–8.000 80–200 m²
Automatenladen 500 800–2.000 10–20 m²

SB-Dorfladen: Ab wann lohnt es sich?

Für einen klassischen SB-Dorfladen mit 60 bis 120 Quadratmetern Fläche brauchen Sie mindestens 1.500 Einwohner im Umkreis von fünf Kilometern. Das ist die absolute Untergrenze. Darunter wird es rechnerisch eng — außer Sie haben besonders günstige Mietkonditionen oder starke kommunale Förderung.

Der Sweetspot liegt bei 2.000 bis 5.000 Einwohnern. In diesem Bereich haben Sie genug Laufkundschaft für einen stabilen Grundumsatz, ohne dass der Markt groß genug wäre, um Discounter anzulocken. Bei mir in Schöneburg war das genau die Situation. Der Ort war zu klein für einen Netto oder Penny, aber groß genug für mein SB-Lädle.

SB-Hofladen: Andere Logik, andere Zahlen

Bei einem SB-Hofladen gelten andere Regeln. Hier reichen oft schon 800 Einwohner im Umkreis. Warum? Weil die Leute für Hofladenprodukte bereit sind, weiter zu fahren. Frische Eier, eigene Wurst, saisonales Gemüse — das gibt es eben nicht an jeder Ecke.

Ein Landwirt, den ich in Au bei Illertissen beraten habe, hat seinen SB-Hofladen mit nur 1.100 Einwohnern im direkten Umfeld gestartet. Heute kommen Kunden aus 15 Kilometern Entfernung, weil sich die Qualität herumgesprochen hat. Der Einzugsgebiet-Radius hat sich organisch verdreifacht.

Container-Stores und Automatenläden

Container-Stores sind die schlankste Variante. Niedrige Fixkosten, schnell aufgestellt, flexibel versetzbar. Deshalb funktionieren sie schon ab 1.000 Einwohnern. Reine Automatenläden sogar ab 500 — aber bei so wenigen Einwohnern müssen die anderen Faktoren wirklich stimmen.

Was ich allerdings in der Praxis sehe: Reine Automatenkonzepte in Kleinstorten haben es schwer, weil die Akzeptanz bei der älteren Bevölkerung fehlt. Ein Container mit Self-Checkout-Kasse und Bargeldoption kommt deutlich besser an als ein reiner Warenausgabeautomat.

Verschiedene Smart Store Konzepte im Vergleich: Dorfladen, Hofladen, Container-Store und Automatenladen
Vom kompakten Container-Store bis zum hybriden Dorfladen — jedes Konzept hat andere Anforderungen an das Einzugsgebiet.

Standortfaktoren jenseits der Einwohnerzahl

Einwohnerzahl ist wichtig, aber nicht alles. Ich habe Projekte gesehen, die mit 3.000 Einwohnern gescheitert sind — und andere, die mit 1.200 hervorragend laufen. Der Unterschied liegt in den weichen Faktoren.

Wettbewerbssituation und Nahversorgungslücken

Die wichtigste Frage nach der Einwohnerzahl: Wo kaufen die Leute gerade ein? Wenn der nächste Supermarkt zehn Minuten mit dem Auto entfernt ist, haben Sie eine echte Nahversorgungslücke. Das ist Gold wert.

Aber Vorsicht: Wenn ein Discounter plant, in Ihrer Nähe zu bauen, kann sich die Lage schnell ändern. Fragen Sie bei der Gemeinde nach, ob Bauanträge für Einzelhandelsflächen vorliegen. Das hat mir ein Beratungskunde mal nicht gemacht — sechs Monate nach seiner Eröffnung stand plötzlich ein Penny 800 Meter weiter. Das war hart.

Verkehrsanbindung und Laufkundschaft

Ein Smart Store an der Durchgangsstraße funktioniert anders als einer in einer Sackgasse. Sichtbarkeit und Erreichbarkeit sind entscheidend. Gibt es Parkplätze? Liegt der Laden an einer Straße, die Pendler täglich nutzen? Kommen Radfahrer oder Spaziergänger vorbei?

Bei meinem SB-Lädle in Schöneburg profitiere ich davon, dass die Ortsdurchfahrt direkt am Laden vorbeiführt. Viele Kunden halten auf dem Weg zur Arbeit kurz an. Dieser Durchgangsverkehr macht bei mir rund 20 Prozent des Umsatzes aus — und die hatte ich in meiner ersten Kalkulation gar nicht drin.

Kaufkraft und Sozialstruktur

Nicht jeder Einwohner kauft gleich viel ein. Der Kaufkraftindex gibt Ihnen einen Anhaltspunkt, wie viel Geld die Menschen in Ihrer Region für Lebensmittel und Tagesbedarf ausgeben. Den Index finden Sie kostenlos bei der GfK oder in den Regionaldaten Ihres Bundeslandes.

Auch die Altersstruktur spielt eine Rolle. In Orten mit vielen Senioren ist der Bedarf an Nahversorgung besonders hoch — gleichzeitig brauchen Sie Bargeldoption und einfache Bedienung. In Orten mit vielen jungen Familien sind Öffnungszeiten und Sortimentsbreite wichtiger.

Tourismus und saisonale Effekte

Ein Faktor, den viele unterschätzen: Tourismus. Liegt Ihr Standort an einem Radweg, in der Nähe eines Badesees oder in einer Wanderregion? Dann kann saisonale Laufkundschaft Ihren Umsatz im Sommer um 30 bis 50 Prozent nach oben treiben.

Das hat auch seine Tücken. Wenn Sie nur für den Sommer kalkulieren, sieht die Rechnung toll aus. Im Januar sieht sie dann ganz anders aus. Ich rate meinen Kunden immer: Kalkulieren Sie Ihren Break-even auf Basis der schwächsten drei Monate. Wenn es auch im Winter aufgeht, sind Sie auf der sicheren Seite.

Infografik mit Standortfaktoren für Smart Stores: Einwohnerzahl, Wettbewerb, Verkehrsanbindung, Kaufkraft und Tourismus
Fünf Standortfaktoren entscheiden über den Erfolg: Einwohnerzahl allein reicht nicht — Wettbewerb, Verkehr, Kaufkraft und Tourismus spielen genauso mit.

Chancen durch kluge Standortwahl

Geschlossener Lebensmittelladen in einer ländlichen Gemeinde mit leerem Schaufenster — typische Nahversorgungslücke
Über 16.000 Lebensmittelgeschäfte haben seit 2005 in Deutschland geschlossen — für Smart Store Gründer sind diese Versorgungslücken eine echte Chance.

Unterversorgte Gebiete als Marktlücke

Seit 2005 haben über 16.000 Lebensmittelgeschäfte in Deutschland geschlossen. Besonders auf dem Land stehen viele Orte ohne jeden Laden da. Für Sie als Gründer ist das eine echte Chance: Die Nachfrage ist da, ohne dass Sie sie erst schaffen müssen.

Ich sage meinen Beratungskunden immer: Suchen Sie Orte, in denen der letzte Laden vor zwei bis fünf Jahren geschlossen hat. In diesen Gemeinden ist das Bewusstsein für das Problem noch frisch, die Bereitschaft zur Unterstützung ist hoch und die Leute freuen sich riesig, wenn jemand kommt und sagt: Ich mache das.

Synergien mit bestehender Infrastruktur

Ein Smart Store neben der Bäckerei, dem Dorfgemeinschaftshaus oder dem Sportplatz profitiert von Synergieeffekten. Die Leute kommen sowieso vorbei und nehmen noch schnell etwas mit. Das klingt banal, macht aber einen spürbaren Unterschied im Tagesumsatz.

In Au bei Illertissen habe ich einen Standort in der Nähe des Sportgeländes beraten. Allein an Trainingsabenden und Spieltagen kommen dort 40 bis 60 zusätzliche Kunden. Getränke, Snacks, Grillgut — das Sortiment passt sich dem Standort an.

Förderfähigkeit durch Nahversorgungslücke

Wenn Ihr Standort eine nachweisbare Nahversorgungslücke hat, öffnen sich Fördertöpfe. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert über das Programm LandVersorgt innovative Konzepte mit bis zu 100.000 Euro. Bayern hat mit Nahversorgung 2030 ein eigenes Landesprogramm aufgelegt.

Aus meiner Erfahrung: Die Förderlandschaft ist unübersichtlich, aber es lohnt sich, dranzubleiben. Bei einem meiner Beratungsprojekte haben wir insgesamt 65.000 Euro an Zuschüssen eingeworben — das hat die gesamte Investitionsrechnung verändert.

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Gut zu wissen: In Deutschland sind bereits über 2.500 Smart Stores in Betrieb. Die meisten davon befinden sich in ländlichen Regionen, wo sie die Nahversorgung sichern.

Typische Herausforderungen bei der Einzugsgebietsanalyse

Überoptimistische Prognosen vermeiden

Hand aufs Herz: Wer sich in ein Projekt verliebt hat, sieht die Zahlen gerne durch eine rosarote Brille. Das ist menschlich. Aber gefährlich. Ich habe Businesspläne gesehen, in denen stand, dass 80 Prozent der Einwohner im Einzugsgebiet regelmäßig einkaufen würden. Das ist unrealistisch.

Ein realistischer Wert: 15 bis 25 Prozent der Einwohner im Einzugsgebiet werden zu regelmäßigen Kunden. Bei meinem SB-Lädle in Schöneburg liegt die Quote bei etwa 22 Prozent. Das klingt wenig, aber rechnen Sie es durch: Bei 2.400 Einwohnern sind das über 500 regelmäßige Kunden. Das reicht.

Saisonale Schwankungen einkalkulieren

In meinem ersten Winter in Schöneburg habe ich gelernt, was saisonale Schwankungen wirklich bedeuten. Der Umsatz im Januar lag 35 Prozent unter dem Augustwert. Das hatte ich unterschätzt. Inzwischen plane ich mit einem saisonalen Faktor und passe das Sortiment entsprechend an.

Besonders in touristisch geprägten Regionen können die Schwankungen extrem sein. Wenn 40 Prozent Ihres Umsatzes von Juni bis September kommen, müssen die restlichen acht Monate trotzdem die Fixkosten decken. Rechnen Sie immer mit dem Worst-Case-Monat.

Wettbewerb durch Lieferdienste und Online-Handel

Auch auf dem Land liefern inzwischen REWE, Flaschenpost und Amazon Fresh. Das betrifft vor allem Standardprodukte — Waschmittel, Konserven, Getränkekisten. Für einen Smart Store bedeutet das: Sie müssen sich über Frische, Regionalität und Sofortverfügbarkeit differenzieren.

Das klingt erstmal bedrohlich, ist es aber meistens nicht. Lieferdienste auf dem Land haben hohe Mindestbestellwerte und lange Lieferzeiten. Wenn jemand abends um acht schnell Milch und Butter braucht, hilft kein Lieferdienst. Da hilft der Smart Store um die Ecke. Genau das ist Ihr Vorteil.

Chancen bei kluger Standortwahl

  • check_circleÜber 16.000 geschlossene Lebensmittelgeschäfte seit 2005 — die Nachfrage nach Nahversorgung ist enorm
  • check_circleKommunale Förderprogramme senken die Einstiegshürde um 15.000 bis 100.000 Euro
  • check_circleErstanbieter-Vorteil: Wer zuerst da ist, sichert sich den lokalen Markt
  • check_circleSynergien mit bestehender Infrastruktur steigern die Kundenfrequenz spürbar
  • check_circle24/7-Öffnungszeiten als Alleinstellungsmerkmal gegenüber klassischem Einzelhandel
  • check_circleRegionale Produkte schaffen Kundenbindung, die kein Lieferdienst bieten kann

Typische Herausforderungen

  • cancelÜberoptimistische Prognosen führen zu falschen Investitionsentscheidungen
  • cancelSaisonale Schwankungen können den Umsatz im Winter um 30 bis 40 Prozent drücken
  • cancelGeplante Discounter-Ansiedlungen im Umfeld können die Kalkulation zerstören
  • cancelLieferdienste und Online-Handel konkurrieren bei Standardprodukten
  • cancelÄltere Bevölkerung braucht besondere Bedienkonzepte und Bargeldoption
  • cancelZuverlässiges Personal für Befüllung und Wartung ist in abgelegenen Lagen schwer zu finden

Praxisbeispiel: Standortanalyse für das SB-Lädle

Ausgangslage und Einzugsgebiet

Schöneburg, ein Ortsteil von Illertissen in Bayerisch-Schwaben. Als der letzte Lebensmittelladen geschlossen hat, war die Versorgungslücke offensichtlich. Der nächste Supermarkt: acht Autominuten entfernt. Für Senioren ohne Auto ein echtes Problem.

Meine Ausgangsdaten: rund 2.400 Einwohner im Umkreis von fünf Kilometern. Kaufkraftindex bei 97 (leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 100, aber in Ordnung). Kein Wettbewerber im direkten Umfeld. Gute Sichtbarkeit an der Ortsdurchfahrt. Mehrere Vereine und eine Grundschule in der Nähe.

Entscheidungsfaktoren und Ergebnis

Was den Ausschlag gegeben hat: Die Kombination aus fehlender Nahversorgung und vorhandener Infrastruktur. Es gab ein geeignetes Gebäude, die Gemeinde war sofort Feuer und Flamme, und die Altersstruktur passte — viele Familien und Senioren, also genau die Zielgruppe, die einen Laden vor Ort braucht.

Meine Kalkulation damals: 450 regelmäßige Kunden bei einem durchschnittlichen Warenkorb von zehn Euro. Das ergab einen monatlichen Planumsatz von 18.000 Euro. Tatsächlich lag ich nach sechs Monaten bei 22.000 Euro — besser als erwartet. Der Durchgangsverkehr und die Empfehlungen im Ort haben den Unterschied gemacht.

Was ich daraus gelernt habe: Eine saubere Standortanalyse ist das Fundament. Aber die echten Zahlen kennen Sie erst nach der Eröffnung. Planen Sie konservativ und freuen Sie sich, wenn es besser läuft.

Blick auf einen geöffneten SB-Dorfladen in einer ländlichen Gemeinde mit Parkplätzen und guter Sichtbarkeit an der Ortsdurchfahrt
Gute Sichtbarkeit und Parkplätze direkt an der Ortsdurchfahrt — zwei Standortfaktoren, die bei meinem SB-Lädle in Schöneburg den Unterschied gemacht haben.

Checkliste: Ihr Einzugsgebiet in 5 Schritten analysieren

Diese fünf Schritte nutze ich in jeder Beratung. Sie können sie auch selbst durchgehen, bevor Sie mich oder einen anderen Berater hinzuziehen. Je besser Sie vorbereitet sind, desto schneller kommen wir zum Ergebnis.

Einzugsgebiet in 5 Schritten analysieren

  • arrow_forwardRadius festlegen und Einwohner zählen: Zeichnen Sie einen Kreis mit fünf Kilometern Radius um Ihren geplanten Standort. Zählen Sie alle Ortschaften und deren Einwohner innerhalb dieses Kreises. Die Zahlen finden Sie kostenlos bei der Regionalstatistik (regionalstatistik.de) oder beim Statistischen Landesamt.
  • arrow_forwardWettbewerb kartieren: Markieren Sie jeden Lebensmittelladen, Discounter und Hofladen im und um Ihr Einzugsgebiet. Wie weit ist der nächste Wettbewerber? Welches Sortiment bietet er? Gibt es eine klare Versorgungslücke? Fragen Sie auch bei der Gemeinde nach geplanten Ansiedlungen.
  • arrow_forwardKaufkraft und Sozialstruktur prüfen: Schauen Sie sich den Kaufkraftindex für Ihre Region an (GfK oder IHK). Wie ist die Altersverteilung? Gibt es viele Pendler, Senioren, Familien? Diese Daten beeinflussen Ihr Sortiment und Ihr Bedienkonzept direkt.
  • arrow_forwardStandort-Qualität bewerten: Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Parkplätze, Fußgänger-Frequenz — bewerten Sie den konkreten Standort. Liegt er an einer Durchgangsstraße? Gibt es Synergien mit Bäckerei, Schule, Sportplatz oder Vereinsheim? Ist das Gebäude geeignet oder brauchen Sie einen Neubau?
  • arrow_forwardUmsatzprognose aufstellen: Rechnen Sie konservativ. Nehmen Sie 15 bis 20 Prozent der Einwohner als regelmäßige Kunden an, multiplizieren Sie mit einem realistischen Warenkorb von acht bis zwölf Euro und errechnen Sie den monatlichen Planumsatz. Vergleichen Sie das mit Ihren Fixkosten. Geht die Rechnung auch im schwächsten Monat auf?

Kostenlose Datenquellen für Ihre Standortanalyse

  • Regionalstatistik (regionalstatistik.de) — Einwohnerzahlen, Altersstruktur und Bevölkerungsentwicklung je Gemeinde
  • Statistisches Bundesamt (destatis.de) — Kaufkraftdaten und Wirtschaftsindikatoren auf Kreisebene
  • IHK-Standortberatung — viele Industrie- und Handelskammern bieten kostenlose Standortprofile mit Kaufkraftindex und Branchenvergleich
  • Google Maps und OpenStreetMap — Wettbewerber, Entfernungen und Fahrzeiten im Einzugsgebiet kartieren
  • Zensus 2022 (zensus2022.de) — detaillierte Bevölkerungsdaten auf Gemeindeebene, inklusive Haushaltsgröße und Altersstruktur
  • Gemeindeverwaltung und Landratsamt — lokale Bebauungspläne, geplante Einzelhandelsansiedlungen und Nahversorgungskonzepte

Fazit: Daten statt Bauchgefühl

Die Standortfrage ist die wichtigste Entscheidung bei der Gründung eines Smart Stores. Wichtiger als die Technik, wichtiger als das Sortiment, wichtiger als die Ladeneinrichtung. Am falschen Standort scheitert auch das beste Konzept.

Was heißt das konkret für Sie? Nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Analyse. Nutzen Sie die kostenlosen Datenquellen, sprechen Sie mit der Gemeinde, fahren Sie die Wettbewerber ab und rechnen Sie konservativ. Wenn die Zahlen stimmen, können Sie mit Überzeugung loslegen.

Und wenn Sie unsicher sind: Lassen Sie sich beraten. Eine professionelle Standortanalyse kostet Sie ein paar hundert Euro und erspart Ihnen im Zweifel eine Fehlinvestition von 100.000 Euro und mehr. Bei mir war die gründliche Vorbereitung der Grund, warum Schöneburg funktioniert hat. Hätte ich nur auf mein Bauchgefühl gehört, hätte ich vielleicht den falschen Standort gewählt.

  • check_circleEin SB-Dorfladen braucht mindestens 1.500 Einwohner im Umkreis von fünf Kilometern. Ein SB-Hofladen kann schon ab 800 funktionieren — weil Kunden für regionale Produkte weiter fahren.
  • check_circleEinwohnerzahl allein reicht nicht. Wettbewerb, Kaufkraft, Verkehrsanbindung und Tourismus entscheiden genauso über den Erfolg.
  • check_circleRechnen Sie konservativ: 15 bis 20 Prozent der Einwohner werden regelmäßige Kunden. Kalkulieren Sie den Break-even anhand des schwächsten Monats.
  • check_circleNutzen Sie kostenlose Datenquellen wie Regionalstatistik, Zensus und IHK-Standortprofile. Die Daten sind da — Sie müssen sie nur zusammentragen.
  • check_circleKommunale Förderung bei nachweisbarer Nahversorgungslücke kann Ihre Investition um 15.000 bis 100.000 Euro senken. Stellen Sie Anträge so früh wie möglich.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Einwohner braucht ein Smart Store mindestens?

Das hängt vom Konzept ab. Ein SB-Dorfladen braucht mindestens 1.500 Einwohner im Umkreis von fünf Kilometern, ein SB-Hofladen funktioniert ab 800, ein Container-Store ab 1.000 und ein reiner Automatenladen ab 500. Aber Einwohnerzahl allein sagt wenig — Kaufkraft, Wettbewerb und Verkehrsanbindung sind genauso wichtig.

Kann ein Smart Store auch in einem 500-Einwohner-Ort funktionieren?

Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wenn das tatsächliche Einzugsgebiet umliegende Orte einschließt und auf insgesamt 1.000 bis 1.500 Einwohner kommt, kann es klappen. Voraussetzung: kein Wettbewerber in der Nähe, starkes Gemeinschaftsgefühl und am besten kommunale Unterstützung. Reine Automatenkonzepte oder Container-Stores sind hier die richtige Wahl — ein großer Dorfladen wäre überdimensioniert.

Welche Datenquellen nutze ich für die Einzugsgebietsanalyse?

Starten Sie mit der Regionalstatistik (regionalstatistik.de) für Einwohnerzahlen und Altersstruktur. Den Kaufkraftindex bekommen Sie bei Ihrer IHK oder der GfK. Für Wettbewerbsanalyse reichen Google Maps und ein paar Telefonate mit der Gemeinde. Und der Zensus 2022 liefert Ihnen detaillierte Bevölkerungsdaten auf Gemeindeebene. All das ist kostenlos.

Wer hilft mir bei der Standortbewertung?

Ihre IHK bietet oft kostenlose Standortberatung an — allerdings nicht spezialisiert auf Smart Stores. Für eine branchenspezifische Bewertung empfehle ich einen Berater, der selbst Smart Stores betreibt und die besonderen Anforderungen kennt. In meiner Erstberatung schauen wir uns Ihren konkreten Standort an und bewerten ihn anhand der fünf Kernfaktoren. Das ist kostenlos und unverbindlich.

Einzugsgebiet
Der geografische Bereich, aus dem die Kunden eines Ladens kommen. Für Smart Stores auf dem Land typischerweise ein Radius von drei bis sieben Kilometern. Die Größe hängt von Wettbewerb, Verkehrsanbindung und Sortiment ab.
Nahversorgungslücke
Wenn der nächste Lebensmittelladen weiter als einen Kilometer (Stadt) oder fünf Kilometer (Land) entfernt ist. Dieser Nachweis ist Voraussetzung für viele Förderprogramme und zeigt, dass ein konkreter Bedarf besteht.
Kaufkraftindex
Eine Kennzahl, die zeigt, wie viel Geld die Menschen in einer Region im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ausgeben können. Ein Index von 100 bedeutet Durchschnitt. Liegt er darüber, ist mehr Kaufkraft vorhanden — liegt er darunter, wird weniger ausgegeben.
Standortanalyse
Die systematische Bewertung eines geplanten Geschäftsstandorts anhand von Faktoren wie Einwohnerzahl, Kaufkraft, Wettbewerb, Erreichbarkeit und Infrastruktur. Für Smart Stores der wichtigste Schritt vor der Investitionsentscheidung.
Break-even
Der Punkt, ab dem ein Geschäft seine laufenden Kosten aus eigenen Einnahmen deckt. Bei Smart Stores auf dem Land liegt der Break-even typischerweise nach 8 bis 14 Monaten — je nach Standort, Konzept und Förderung.
Stefan Schrapp

Stefan Schrapp

Smart Store Betreiber, Berater & Gründer von MeinSmartStore

Nach über 12 Jahren Selbstständigkeit im Online-Marketing suchte Stefan eine neue berufliche Herausforderung mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert. In den autonomen Nahversorgern entdeckte er die Lösung für ein wachsendes Problem: Immer mehr Gemeinden verlieren ihren letzten Lebensmittelladen. Stefan entschied sich, selbst anzupacken.

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