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Die Deutschen sind beim Thema Sonntagsöffnung gespalten — je nach Umfrage sind 50 bis 60 Prozent grundsätzlich dafür, aber die Zustimmung hängt stark von Alter, Region und Lebenssituation ab. Jüngere und Berufstätige wollen mehr Flexibilität, ältere Menschen und Gewerkschaften verteidigen die Sonntagsruhe. Was mich als Smart Store Betreiber besonders interessiert: Personallose Läden werden von beiden Seiten erstaunlich positiv gesehen — weil sie Einkaufen am Sonntag ermöglichen, ohne dass jemand arbeiten muss. Hier teile ich die Zahlen, die Argumente beider Seiten und was das konkret für Sie als Betreiber oder Gründer bedeutet.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
An meinem SB-Lädle in Schöneburg ist der Sonntag der zweitstärkste Tag. Jeden Sonntag kommen Familien nach dem Kirchgang, Sportler nach dem Training, Leute, die schlicht vergessen haben, Milch zu kaufen. Wenn mir dann jemand erzählt, dass die Deutschen am Sonntag nicht einkaufen wollen, muss ich schon ein bisschen schmunzeln.
Die Umfragelage ist tatsächlich komplizierter, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Eine Infratest-dimap-Erhebung von 2025 zeigt: 56 Prozent der Deutschen befürworten eine generelle Sonntagsöffnung im Einzelhandel. Klingt nach einer klaren Mehrheit. Aber wenn man genauer hinschaut, wird es differenzierter.
Denn gleichzeitig sagen 72 Prozent derselben Befragten, dass der Sonntag als Ruhetag erhalten bleiben soll. Das ist kein Widerspruch — es zeigt, dass viele Menschen sich einen Mittelweg wünschen. Einkaufen ja, aber bitte ohne dass Verkäuferinnen und Verkäufer dafür ihren freien Tag opfern müssen.
Zustimmung und Ablehnung in Zahlen
Seit 2018 fragen verschiedene Institute regelmäßig nach der Meinung zur Sonntagsöffnung. Der Trend geht klar in eine Richtung: Die Zustimmung steigt langsam, aber stetig. 2018 waren es noch 48 Prozent. 2021, mitten in Corona, sprang der Wert auf 54 Prozent. Und 2025 stehen wir bei 56 Prozent.
Was die reinen Zahlen nicht zeigen: Die Intensität der Ablehnung nimmt ab. Waren 2018 noch 28 Prozent strikt dagegen, sind es 2025 nur noch 19 Prozent. Viele Menschen rutschen von einem klaren Nein in ein Ja, aber bitte mit Einschränkungen. Das ist ein wichtiger Unterschied.
| Umfragejahr | Dafür | Dagegen | Unentschieden |
|---|---|---|---|
| 2018 (Forsa) | 48 % | 42 % | 10 % |
| 2021 (Infratest dimap) | 54 % | 36 % | 10 % |
| 2023 (YouGov) | 55 % | 34 % | 11 % |
| 2025 (Infratest dimap) | 56 % | 33 % | 11 % |
Regionale Unterschiede in Deutschland
Die Zustimmung zur Sonntagsöffnung ist regional sehr unterschiedlich verteilt. In den ostdeutschen Bundesländern liegt sie bei rund 63 Prozent — dort hat die Sonntagsruhe historisch einen geringeren kulturellen Stellenwert. In Bayern und Baden-Württemberg, wo Traditionen tief verwurzelt sind, sind es nur 49 Prozent.
Das erlebe ich bei meiner Arbeit in Schwaben jeden Tag. Hier im ländlichen Raum zwischen Ulm und Augsburg hat der Sonntag einen anderen Stellenwert als in Berlin oder Hamburg. Die Leute gehen in die Kirche, treffen Familie, machen Sonntagsspaziergänge. Trotzdem stehen sie um 17 Uhr vor meinem SB-Lädle, weil die Butter alle ist.
Wer ist dafür, wer dagegen?
Demografische Faktoren: Alter, Geschlecht, Einkommen
Die Altersgruppe macht den größten Unterschied. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind 71 Prozent für die Sonntagsöffnung. Bei den über 65-Jährigen nur 38 Prozent. Das ist eine Kluft von 33 Prozentpunkten — und sie erklärt, warum die Debatte so emotional geführt wird.
Beim Einkommen zeigt sich ein ähnliches Bild: Haushalte mit einem Nettoeinkommen über 3.500 Euro sind zu 62 Prozent dafür, während Haushalte unter 2.000 Euro nur zu 47 Prozent zustimmen. Das hat auch damit zu tun, dass Geringverdiener häufiger im Einzelhandel arbeiten und die Sonntagsarbeit am eigenen Leib spüren würden.
Was mich überrascht hat: Beim Geschlecht gibt es kaum einen Unterschied. 55 Prozent der Frauen und 57 Prozent der Männer sind dafür. Die Sonntagsöffnung ist kein Geschlechterthema — sie ist ein Generationen- und Lebenslagenthema.
Stadt vs. Land — unterschiedliche Bedürfnisse
In Großstädten liegt die Zustimmung bei 61 Prozent. In Gemeinden unter 10.000 Einwohner bei 48 Prozent. Das klingt erstmal so, als wäre die Sonntagsöffnung vor allem ein urbanes Thema. Aber so einfach ist es nicht.
Denn auf dem Land gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Leute, die dafür sind, haben oft gar keine Alternative. In der Stadt steht die Tankstelle, der Späti, der Kiosk um die Ecke. Auf dem Land steht man am Sonntag vor dem Nichts. Wenn Sie in einer Gemeinde wohnen, wo der nächste Supermarkt zehn Kilometer entfernt ist, hat die Sonntagsöffnung eine ganz andere Dringlichkeit.
Berufstätigkeit und Einkaufsgewohnheiten
Vollzeitbeschäftigte sind zu 64 Prozent für die Sonntagsöffnung. Besonders deutlich ist das bei Alleinerziehenden und Doppelverdienern: 69 Prozent Zustimmung. Die Logik dahinter ist simpel. Wer unter der Woche von morgens bis abends arbeitet, hat oft keine andere Möglichkeit, in Ruhe einkaufen zu gehen.
Rentner und Teilzeitbeschäftigte sind dagegen deutlich zurückhaltender. Sie können unter der Woche einkaufen und empfinden den Sonntag als Ruhetag, den man nicht antasten sollte. Beide Perspektiven sind nachvollziehbar — und genau deshalb ist die Debatte so festgefahren.
Argumente der Befürworter
Flexibilität und veränderte Lebensmodelle
Das Hauptargument höre ich in meiner Beratung ständig: Die Gesellschaft hat sich verändert, das Ladenschlussgesetz nicht. Wir bestellen rund um die Uhr bei Amazon, streamen Filme nachts um drei und arbeiten in Schichtmodellen. Aber am Sonntag sollen wir bitte nicht einkaufen gehen? Das passt für viele nicht mehr zusammen.
60 Prozent der Befürworter nennen veränderte Arbeitszeiten als Hauptgrund. Schichtarbeiter, Pflegekräfte, Selbstständige — für sie ist der Samstag oft der einzige freie Tag, und den wollen sie nicht komplett im Supermarkt verbringen.
Gleichstellung mit Online-Handel
Online-Shops haben 24 Stunden am Tag geöffnet, sieben Tage die Woche. Wenn ein Kunde am Sonntagabend merkt, dass das Waschmittel leer ist, bestellt er es bei Amazon. Der lokale Laden um die Ecke hat geschlossen und geht leer aus. 43 Prozent der Befürworter sehen genau hier eine Wettbewerbsverzerrung.
Ehrlich gesagt sehe ich das ähnlich. In meinen zwölf Jahren im Online-Marketing habe ich erlebt, wie der stationäre Handel Marktanteile verloren hat. Wenn der Einzelhandel überleben will, braucht er gleich lange Spieße. Das heißt nicht, dass jeder Laden sonntags öffnen muss — aber die Möglichkeit sollte da sein.
Nahversorgung für Berufstätige und Alleinerziehende
Eine alleinerziehende Mutter, die unter der Woche Vollzeit arbeitet und samstags die Kinder zum Sport fährt — wann soll sie einkaufen? Das ist keine rhetorische Frage. Bei mir im Laden kenne ich mehrere Kundinnen, auf die genau das zutrifft. Für die ist der Sonntagseinkauf im SB-Lädle keine Bequemlichkeit, sondern Notwendigkeit.
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung betrifft das in Deutschland rund 2,2 Millionen Alleinerziehende. Dazu kommen Millionen von Schichtarbeitern und Pendlern. Für diese Menschen ist Sonntagseinkauf keine Frage des Lebensstils, sondern der Lebenswirklichkeit.
Argumente der Gegner
Sonntagsruhe als kultureller Wert
Die Sonntagsruhe steht im Grundgesetz. Artikel 140 in Verbindung mit der Weimarer Reichsverfassung schützt den Sonntag als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung. Das ist kein Detail — das ist Verfassungsrang. Und für viele Menschen, gerade hier in Bayern und Baden-Württemberg, ist der Sonntag ein Stück Identität.
Ich respektiere das. Bei mir in Schöneburg gehen viele am Sonntag in die Kirche, treffen sich mit der Familie, machen Spaziergänge. Der Sonntag hat hier einen Rhythmus, den man nicht leichtfertig antasten sollte. Die Frage ist nicht, ob der Sonntag geschützt werden soll — sondern wie man Schutz und moderne Lebensrealität vereinbaren kann.
Arbeitnehmerschutz und Work-Life-Balance
Ver.di und die Kirchen argumentieren mit einem Punkt, den ich durchaus ernst nehme: Wenn Läden sonntags öffnen, müssen Menschen sonntags arbeiten. Und das trifft nicht die Chefetage, sondern die Kassiererin, die ohnehin schon wenig verdient und deren Familie den Sonntag braucht.
In einer repräsentativen DGB-Umfrage sagen 78 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel, dass sie gegen eine generelle Sonntagsöffnung sind. Das ist eine Zahl, die man nicht wegdiskutieren kann. Die Perspektive der Menschen, die hinter der Kasse stehen, muss in der Debatte eine Rolle spielen.
Umsatzverlagerung statt Umsatzwachstum
Ein Argument, das in der öffentlichen Diskussion oft untergeht: Ob ein zusätzlicher Öffnungstag wirklich mehr Gesamtumsatz bringt, ist umstritten. Der HDE (Handelsverband Deutschland) selbst räumt ein, dass ein Teil der Sonntagsumsätze lediglich von Samstag auf Sonntag verschoben wird.
Für kleine Händler kann eine Sonntagspflicht sogar zum Problem werden. Wenn die großen Ketten sonntags öffnen, müssen kleine Läden mitziehen — sonst verlieren sie Kunden. Aber die zusätzlichen Personalkosten für den siebten Tag fressen die Marge auf. Ein echtes Dilemma.
Argumente für die Sonntagsöffnung
Argumente gegen die Sonntagsöffnung
Was die Umfrage für Smart Store Betreiber bedeutet
Personallose Läden als Kompromiss
Und hier wird es für uns als Smart Store Betreiber richtig spannend. In der Umfrage von Infratest dimap wurde auch nach der Akzeptanz personalloser Läden am Sonntag gefragt. Das Ergebnis: 74 Prozent der Befragten finden es akzeptabel, wenn Läden ohne Personal am Sonntag geöffnet haben.
74 Prozent. Das ist deutlich mehr als die 56 Prozent Zustimmung zur generellen Sonntagsöffnung. Warum? Weil das Hauptargument der Gegner — Arbeitnehmerschutz — bei einem personallosen Smart Store wegfällt. Niemand muss sonntags arbeiten, und trotzdem können die Leute einkaufen. Das ist der Kompromiss, den eigentlich alle suchen.
Akzeptanz von SB-Konzepten am Sonntag
Bei meinem SB-Lädle sehe ich das jedes Wochenende. Der Sonntag macht etwa 18 Prozent meines Wochenumsatzes aus. Nicht der stärkste Tag, aber ein solider Beitrag. Und die Kunden, die sonntags kommen, sind überproportional dankbar. Weil sie wissen, dass sie sonst nirgendwo hingehen können.
Die Akzeptanz wächst auch bei älteren Kunden. Anfangs war meine älteste Stammkundin skeptisch — sie fand es komisch, an einem Sonntag in einem Laden ohne Personal zu stehen. Nach dem dritten Besuch hat sie gesagt: Das ist ja praktischer als der alte Dorfladen. Da musste man immer warten.
Marketingchance: Sonntagsöffnung als Alleinstellungsmerkmal
Ich sage meinen Beratungskunden immer: Die Sonntagsöffnung ist Ihr stärkstes Marketingargument. Jeder andere Laden in der Umgebung hat zu. Sie sind offen. Das spricht sich in einer Gemeinde innerhalb von zwei Wochen herum. Sie müssen dafür keine Anzeige schalten.
Ein Beispiel aus meiner Beratung: Ein Kunde in der Nähe von Ravensburg hat seinen Smart Store mit dem Slogan Auch am Sonntag für Sie da eröffnet. Die lokale Presse hat darüber berichtet, der Bürgermeister hat es in seiner Rede erwähnt, und innerhalb eines Monats war der Laden im Dorf bekannt. Die Sonntagsöffnung als Alleinstellungsmerkmal funktioniert — gerade auf dem Land, wo die Auswahl überschaubar ist.
Gut zu wissen: In Deutschland sind bereits über 2.500 Smart Stores in Betrieb. Die meisten davon befinden sich in ländlichen Regionen, wo sie die Nahversorgung sichern.
Einordnung: Umfragen vs. tatsächliches Kaufverhalten
Die Lücke zwischen Wunsch und Realität
Eine Sache, die ich in der ganzen Debatte oft vermisse: Umfragen messen Meinungen, nicht Verhalten. Wenn 56 Prozent sagen, sie wollen am Sonntag einkaufen — heißt das auch, dass sie es tun würden? Nicht unbedingt.
Die Erfahrungen aus Regionen mit liberaler Sonntagsöffnung sind ernüchternd. In den Niederlanden, wo Läden seit 2013 fast überall sonntags öffnen dürfen, nutzen nur 35 Prozent der Bevölkerung den Sonntag regelmäßig zum Einkaufen. Viele Geschäfte in kleineren niederländischen Städten haben die Sonntagsöffnung nach einem Jahr wieder eingestellt — es hat sich nicht gelohnt.
Für mich als Betreiber eines personallosen Ladens ist das allerdings weniger dramatisch. Ich habe am Sonntag keine Personalkosten. Wenn nur 30 oder 40 Kunden kommen, macht der Tag trotzdem Gewinn. Für einen klassischen Supermarkt mit zehn Angestellten sieht die Rechnung anders aus.
Internationale Erfahrungen mit Sonntagsöffnung
Ein Blick über die Grenzen hilft, die Debatte einzuordnen. Schweden kennt seit Jahrzehnten keine Ladenschlussgesetze — und trotzdem funktioniert die Gesellschaft. In Frankreich wurde die Sonntagsöffnung schrittweise gelockert, mit speziellen Regelungen für touristische Zonen und internationale Bahnhöfe.
| Land | Sonntagsöffnung | Akzeptanz (Umfrage) | Tatsächliche Nutzung |
|---|---|---|---|
| Schweden | Komplett frei | 82 % | ca. 45 % |
| Niederlande | Weitgehend frei | 76 % | ca. 35 % |
| Frankreich | Teilweise erlaubt | 64 % | ca. 28 % |
| Österreich | Stark eingeschränkt | 52 % | ca. 20 % |
| Deutschland | Stark eingeschränkt | 56 % | ca. 15 % (Schätzung) |
Österreich zeigt ein interessantes Muster: Trotz strenger Regelungen wächst dort die Zahl der SB-Läden und Automatengeschäfte rasant. Über 520 solcher Standorte gibt es mittlerweile. Die Österreicher haben einen pragmatischen Weg gefunden — statt das Gesetz zu ändern, nutzen sie die Lücke für personallose Konzepte. Genau das passiert in Deutschland gerade auch.
Fazit: Der Trend geht zur Flexibilisierung
Die Umfragedaten zeigen ein klares Bild: Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich mehr Flexibilität beim Einkaufen — aber nicht um jeden Preis. Der Schutz der Arbeitnehmer und die kulturelle Bedeutung des Sonntags sind den meisten Menschen wichtig. Was sie suchen, ist ein Mittelweg.
Personallose Smart Stores bieten genau diesen Mittelweg. Sie ermöglichen Sonntagseinkauf ohne Sonntagsarbeit. 74 Prozent Akzeptanz in der Bevölkerung sprechen für sich. Und die Erfahrungen aus meinem eigenen Laden bestätigen das: Der Sonntag ist ein starker Tag, die Kunden sind dankbar, und niemand muss dafür seinen Ruhetag aufgeben.
Wenn Sie gerade über einen eigenen Smart Store nachdenken, ist die Sonntagsöffnung eines Ihrer stärksten Argumente — gegenüber der Gemeinde, gegenüber Investoren und gegenüber Ihren zukünftigen Kunden. Nutzen Sie diesen Vorteil. Und wenn Sie unsicher sind, wie Sie das für Ihren Standort rechtlich und konzeptionell umsetzen, sprechen Sie mich an. Dafür bin ich da.
So nutzen Sie die Sonntagsöffnung als Smart Store Betreiber
- arrow_forwardRechtslage prüfen: Klären Sie mit der IHK oder dem Ordnungsamt, welche Regelungen in Ihrem Bundesland für personallose Läden am Sonntag gelten. In Bayern und Sachsen ist die Lage klar, in anderen Ländern brauchen Sie möglicherweise eine Einzelfallentscheidung.
- arrow_forwardBetriebskonzept anpassen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Laden am Sonntag komplett autonom funktioniert — keine Befüllung, keine Wartung, kein Personal vor Ort. So bleiben Sie auf der sicheren Seite, auch wenn die Gesetzeslage unklar ist.
- arrow_forwardKommunikation mit der Gemeinde: Sprechen Sie proaktiv mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat über Ihre Sonntagsöffnung. Betonen Sie den Kompromisscharakter — kein Personal muss arbeiten, die Nahversorgung ist trotzdem gesichert.
- arrow_forwardMarketing nutzen: Kommunizieren Sie Ihre Sonntagsöffnung aktiv — Schild am Laden, Erwähnung im Gemeindeblatt, Beitrag in der lokalen Facebook-Gruppe. Das spricht sich schnell herum.
- arrow_forwardSortiment anpassen: Sonntags kaufen Kunden anders ein als werktags. Frische Brötchen, Milch, Eier, Grillbedarf im Sommer — beobachten Sie das Kaufverhalten und passen Sie Ihr Angebot an die Sonntagsnachfrage an.
Die Sonntagsöffnungs-Debatte in 8 Kernpunkten
- 56 Prozent der Deutschen befürworten eine Sonntagsöffnung im Einzelhandel (Infratest dimap, 2025)
- 74 Prozent akzeptieren personallose Läden am Sonntag — 18 Prozentpunkte mehr als bei der generellen Sonntagsöffnung
- Größter Unterschied nach Alter: 71 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind dafür, bei den über 65-Jährigen nur 38 Prozent
- Ostdeutsche Bundesländer (63 %) sind deutlich offener als Bayern und Baden-Württemberg (49 %)
- 78 Prozent der Einzelhandelsbeschäftigten sind gegen eine generelle Sonntagsöffnung (DGB-Umfrage)
- Internationale Erfahrung zeigt: Die tatsächliche Sonntagsnutzung liegt deutlich unter der Umfragezustimmung
- Für personallose Smart Stores rechnet sich der Sonntag auch bei weniger Kunden — weil keine Personalkosten anfallen
- Die Sonntagsöffnung ist das stärkste Marketing-Argument für Smart Stores in ländlichen Regionen
- check_circle56 Prozent der Deutschen wollen Sonntagsöffnung — aber 74 Prozent akzeptieren personallose Läden am Sonntag. Für Smart Store Betreiber ist das die entscheidende Zahl.
- check_circleDie Debatte ist festgefahren, weil beide Seiten Recht haben: Berufstätige brauchen Flexibilität, Arbeitnehmer brauchen Schutz. Smart Stores lösen diesen Konflikt auf.
- check_circleAus meiner Erfahrung macht der Sonntag rund 18 Prozent des Wochenumsatzes aus — und das ohne einen Cent Personalkosten. Ein Wochentag, den ich quasi geschenkt bekomme.
- check_circleDie Sonntagsöffnung ist auf dem Land das stärkste Argument für einen Smart Store. Kommunizieren Sie das aktiv an Gemeinde, Presse und Kunden.
- check_circlePrüfen Sie die Rechtslage in Ihrem Bundesland. Die Regeln für personallose Läden unterscheiden sich erheblich — in manchen Ländern sind Sie auf der sicheren Seite, in anderen bewegen Sie sich in einer Grauzone.
- Sonntagsöffnung
- Die Öffnung von Geschäften an Sonn- und Feiertagen. In Deutschland grundsätzlich durch Landesgesetze geregelt und stark eingeschränkt. Ausnahmen gelten unter anderem für Bäckereien, Tankstellen, Bahnhöfe und — je nach Bundesland — personallose Läden.
- Ladenöffnungsgesetz (LadÖG)
- Das jeweilige Landesgesetz, das regelt, wann Geschäfte öffnen und schließen dürfen. Seit der Föderalismusreform 2006 ist das Sache der Bundesländer. Jedes Land hat eigene Regeln — deshalb variiert die Sonntagsöffnung von Bayern bis Schleswig-Holstein erheblich.
- Personalloser Laden
- Ein Geschäft, das ohne anwesendes Personal betrieben wird. Kunden betreten den Laden per App, Kundenkarte oder PIN-Code, scannen und bezahlen selbstständig. Da niemand vor Ort arbeitet, fallen diese Läden in vielen Bundesländern nicht unter die klassischen Ladenschlussregelungen.
- Sonntagsruhe
- Der grundgesetzlich geschützte Status des Sonntags als Tag der Arbeitsruhe (Art. 140 GG). Bedeutet nicht, dass am Sonntag gar nicht gearbeitet werden darf — Ausnahmen gelten für Krankenhäuser, Gastronomie, Polizei und andere. Aber für den Einzelhandel sind die Hürden hoch.
- Smart Store
- Ein Laden mit digitaler Zugangskontrolle, Self-Checkout und automatisierter Warenwirtschaft, der mit wenig oder ganz ohne Personal laufen kann. Die meisten Smart Stores bieten deshalb 24/7-Öffnungszeiten an. Im Kontext der Sonntagsdebatte sind sie besonders relevant, weil sie Einkaufen am Sonntag ohne Sonntagsarbeit ermöglichen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Deutsche sind für die Sonntagsöffnung?
Laut der aktuellsten Infratest-dimap-Erhebung von 2025 befürworten 56 Prozent der Deutschen eine generelle Sonntagsöffnung im Einzelhandel. Noch deutlicher ist die Zustimmung zu personallosen Läden am Sonntag: 74 Prozent finden das akzeptabel. Aus meiner Erfahrung als Smart Store Betreiber bestätigt sich das — mein SB-Lädle wird am Sonntag rege genutzt.
Dürfen Smart Stores sonntags öffnen?
Das hängt vom Bundesland ab. In Bayern, Sachsen und Thüringen dürfen personallose Läden in der Regel auch sonntags öffnen, weil sie nicht unter die klassischen Ladenschlussregelungen fallen. In Baden-Württemberg hat das neue Ladenöffnungsgesetz die Situation klargestellt. In anderen Bundesländern besteht eine rechtliche Grauzone. Ich empfehle Ihnen, das für Ihren konkreten Standort mit der IHK oder dem Ordnungsamt abzuklären.
Steigt der Umsatz durch Sonntagsöffnung wirklich?
Für klassische Supermärkte mit Personal ist die Antwort nicht eindeutig — ein Teil des Umsatzes wird nur vom Samstag auf Sonntag verschoben. Für personallose Smart Stores sieht die Rechnung anders aus: Da keine Personalkosten anfallen, ist jeder Sonntagsumsatz praktisch zusätzlicher Gewinn. Bei mir macht der Sonntag rund 18 Prozent des Wochenumsatzes aus — und das fällt direkt auf die Marge.