Recht & Genehmigungen

Sonntagsöffnung in Smart Stores: Was ist erlaubt und was nicht?

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Ob ein Smart Store sonntags öffnen darf, hängt vom Bundesland ab. Das Bundesladenschlussgesetz verbietet den Sonntagsverkauf, aber die meisten Landesgesetze machen eine Ausnahme für personallose Läden. Der Knackpunkt: Am Sonntag darf kein Mitarbeiter im Laden sein — dann greift der Arbeitnehmerschutz nicht, und das Verbot fällt weg. Ich erkläre hier die Rechtslage, die Unterschiede zwischen den Ländern und gebe Ihnen konkrete Tipps aus meiner Beratungspraxis.

Warum der Sonntag für Smart Stores so wichtig ist

Kennen Sie das? Sonntagmorgen, die Milch ist alle, die Brötchen auch. Der nächste offene Supermarkt ist 20 Kilometer weg. Bei mir in Schöneburg war das vor dem SB-Lädle einfach Pech. Heute gehen meine Kunden sonntags ganz selbstverständlich einkaufen — und ehrlich gesagt macht der Sonntag bei mir fast ein Fünftel des Wochenumsatzes aus.

Gerade im ländlichen Raum, wo nach dem letzten Laden oft auch die letzte Bäckerei dichtgemacht hat, deckt ein SB-Dorfladen mit Sonntagsöffnung einen ganz realen Bedarf. Die Leute wollen nicht für ein Paket Butter ins Auto steigen und zur Tankstelle fahren. Ein personalloses Konzept direkt im Ort löst dieses Problem — wenn die Rechtslage es zulässt.

Und genau da wird es leider unübersichtlich. Die deutsche Gesetzgebung zum Ladenschluss ist ein Flickenteppich. Bundes- und Landesrecht, Ausnahmen, Grauzonen — ich bekomme jede Woche Anrufe von Gründern, die fragen: Darf mein Smart Store sonntags öffnen? Die kurze Antwort: meistens ja. Die lange Antwort kommt jetzt.

Leerer Smart Store an einem Sonntagmorgen mit geöffneter Tür
Sonntagmorgen im Smart Store: Die Tür ist offen, die Regale voll, kein Personal nötig. So sieht moderne Nahversorgung aus — wenn die Rechtslage stimmt.

Das Ladenschlussgesetz: Ein Gesetz aus einer anderen Zeit

Das Gesetz über den Ladenschluß (LadSchlG) stammt aus dem Jahr 1956. Damals gab es weder Smartphones noch SB-Kassen, geschweige denn personallose Läden. Nach § 3 müssen Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben. An Werktagen war Schluss um 20 Uhr. Klingt streng — ist es auch. Aber seit der Föderalismusreform 2006 dürfen die Bundesländer eigene Regeln machen. Und die meisten haben das auch getan.

Was heißt das konkret für Sie? Das Bundesgesetz definiert Verkaufsstellen als Einrichtungen, in denen Waren an Endkunden verkauft werden. Ein Smart Store fällt da grundsätzlich drunter — egal ob mit oder ohne Personal. Ohne Ausnahme wäre also am Sonntag Schluss. Die gute Nachricht: Genau solche Ausnahmen gibt es in den meisten Landesgesetzen.

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Föderalismusreform 2006: Seit der Grundgesetzänderung regeln die Bundesländer den Ladenschluss selbst. Das Bundesgesetz gilt nur noch da, wo ein Land keine eigene Regelung hat. In der Praxis haben alle 16 Länder eigene Ladenöffnungsgesetze — und die weichen teilweise deutlich vom Bundesrecht ab. Für Smart Store Betreiber ist deshalb immer das Landesgesetz entscheidend.

16 Bundesländer, 16 verschiedene Regeln

Ich sage meinen Kunden immer: Es gibt keine deutschlandweite Antwort auf die Sonntagsfrage. Was in Bayern problemlos geht, kann in Berlin zum Rechtsstreit führen. Klingt nervig, ist aber so. Für Betreiber heißt das: Sie müssen das Gesetz Ihres Bundeslandes kennen. Eine pauschale Aussage wie „Smart Stores dürfen sonntags öffnen“ wäre schlicht falsch.

Der entscheidende Punkt in fast allen Landesgesetzen: Ist am Sonntag Personal vor Ort? Das Ladenschlussgesetz wurde ja ursprünglich geschrieben, um Arbeitnehmer vor Sonntagsarbeit zu schützen. Wenn aber niemand arbeitet, gibt es auch niemanden zu schützen. Ein vollständig personalloser Smart Store — kein Kassierer, kein Regaleinräumer, kein Wachmann — fällt in vielen Ländern schlicht nicht unter die Sonntagsregelung.

Bundesland Sonntagsöffnung personalloser Stores Besondere Bedingungen Rechtsgrundlage
Nordrhein-Westfalen check Zulässig Kein Personal vor Ort LÖG NRW § 6
Bayern check Zulässig Kein angestelltes Personal LadSchlG Bay Art. 2
Niedersachsen check Zulässig Vollautomatischer Betrieb NLöffVZG § 4
Baden-Württemberg check Zulässig Ohne Beschäftigte LadÖG BW § 6
Sachsen check Zulässig Ohne anwesende Arbeitnehmer SächsLadÖffG § 3
Berlin close Eingeschränkt Nur Automatenverkauf, kein begehbarer Laden BerlLadÖffG § 4
Schleswig-Holstein check Zulässig Personalfreier Betrieb LÖffG SH § 5
Hessen check Zulässig Keine Beschäftigung von Personal HLöG § 5

Das ist eine Auswahl — nicht alle 16 Länder. Und ehrlich gesagt: Gesetze ändern sich. Stand ist Anfang 2026. Für Ihr konkretes Projekt sollten Sie die aktuelle Fassung Ihres Landesgesetzes prüfen. Wenn Sie unsicher sind, hilft eine individuelle Beratung — ich kenne die Unterschiede zwischen den Ländern mittlerweile ziemlich gut.

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Achtung, Grauzone: Selbst wenn Ihr Landesgesetz personallose Stores von der Sonntagsruhe ausnimmt, kann die Kommune Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Lärmschutz, Anwohnerbeschwerden, Baurecht — es gibt genug Gründe, warum ein Ordnungsamt trotzdem Auflagen erteilt. Bei mir in Au war das zum Glück kein Thema, aber ich kenne Fälle, in denen es haarig wurde. Klären Sie das frühzeitig.

Deutschlandkarte mit farbig markierten Bundesländern je nach Regelung zur Sonntagsöffnung
Übersicht der Sonntagsöffnungsregelungen für personallose Stores nach Bundesländern: Grün markierte Länder erlauben den personalfreien Betrieb am Sonntag, orange markierte Länder haben Einschränkungen.

Personallos am Sonntag — was das wirklich bedeutet

Das klingt erstmal einfach: Kein Personal, kein Problem. Aber in der Praxis steckt der Teufel im Detail. Aus meiner Beratung weiß ich, dass viele Gründer unterschätzen, wie streng „personallos“ ausgelegt wird. Da reicht es nicht, dass keine Kassiererin da ist.

Am Sonntag darf kein angestellter Mitarbeiter im Laden sein. Nicht zum Regale auffüllen, nicht zum Putzen, nicht mal kurz zum Nachschauen, ob alles läuft. Der Zugang funktioniert technisch — per App, Kundenkarte oder EC-Karte. Die Bezahlung läuft über SB-Kassen oder App-Payment. Die Überwachung per Kamera, zentral gesteuert. Wird auch nur ein Mitarbeiter am Sonntag im Laden gesehen, kann der komplette Betrieb als personalbetrieben eingestuft werden. Das habe ich bei einem Betreiber in Hessen erlebt — der hatte „nur mal kurz“ verdorbene Ware rausgenommen.

Deshalb empfehle ich das Hybridmodell: Unter der Woche mit Personal, Frischetheke, persönlicher Beratung. Am Sonntag und abends im reinen SB-Modus. Das ist aus meiner Sicht die cleverste Lösung — Ihre Kunden bekommen beides, und Sie sind rechtlich auf der sicheren Seite. Wichtig ist nur, dass die Trennung sauber dokumentiert ist.

Verkaufsstelle
Jeder Ort, an dem Waren an Endkunden verkauft werden — also auch Smart Stores, egal ob mit oder ohne Personal. Kioske, Supermärkte und SB-Läden fallen alle darunter.
Personalloser Betrieb
Ein Laden, in dem während der betreffenden Öffnungszeit kein angestellter Mitarbeiter vor Ort ist. Zugang und Bezahlung laufen vollständig automatisch. Das ist die Voraussetzung für die Sonntagsausnahme.
Hybridmodell
Ein Smart Store, der zu festen Zeiten mit Personal läuft — zum Beispiel Montag bis Samstag von 7 bis 19 Uhr — und außerhalb dieser Zeiten im SB-Modus für registrierte Kunden offen ist. Aus meiner Sicht das beste Modell für die meisten Standorte.
Automatenvorbehalt
Manche Bundesländer wie Berlin unterscheiden zwischen begehbaren Smart Stores und reinen Automaten. Nur Automaten sind dann von der Sonntagsruhe ausgenommen. Für moderne Smart Stores ist das ein echtes Problem.
Ordnungswidrigkeit
Wer gegen das Ladenschlussgesetz verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Bußgelder liegen je nach Landesgesetz bei bis zu 5.000 Euro. Kein Weltuntergang, aber vermeidbar — und unangenehm.

Drei Fälle aus der Praxis

Gesetze lesen ist das eine. Wie es in der Realität aussieht, ist etwas anderes. Ich bekomme regelmäßig mit, wie andere Betreiber die Sonntagsöffnung umsetzen — manchmal reibungslos, manchmal nicht. Drei Beispiele, die ich aus meinem Netzwerk kenne.

Der SB-Dorfladen in Niedersachsen: Lief glatt

Ein Betreiber hat 2024 in einer Gemeinde mit rund 2.000 Einwohnern einen personallosen SB-Dorfladen eröffnet. Sieben Tage, 24 Stunden. Zugang per Kundenkarte, Bezahlung an der SB-Kasse. Am Sonntag kein Personal — die Regale werden samstags aufgefüllt, die Frischware entsprechend kalkuliert. Das Ordnungsamt hat das Konzept geprüft und bestätigt: Fällt nicht unter das Ladenschlussgesetz, weil keine Arbeitnehmer beschäftigt werden. Sonntagsöffnung problemlos möglich. Der Sonntagsumsatz macht dort rund 18 Prozent der Woche aus.

Der Hybrid-Store in NRW: Sauber gelöst

In einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen betreibt jemand einen hybriden Dorfladen mit Frischetheke und Bäckereianbindung. Montag bis Samstag ist von 7 bis 20 Uhr Personal da. Am Sonntag und nachts können registrierte Kunden im SB-Modus einkaufen. Die Frischetheke bleibt sonntags zu, aber verpackte Waren, Getränke und Tiefkühlkost sind verfügbar. Das Ordnungsamt hat eine Bedingung gestellt: nachweislich kein Personal am Sonntag. Der Betreiber hat ein Zeiterfassungssystem installiert, das die Anwesenheit dokumentiert. Sonntagsöffnung im SB-Modus genehmigt. Clevere Lösung.

Der Smart Store in Berlin: Es hakt

Ein Start-up wollte 2025 in Berlin einen begehbaren Smart Store mit Sonntagsöffnung eröffnen. Das Berliner Gesetz nimmt Automatenverkauf von der Sonntagsruhe aus — aber es unterscheidet zwischen klassischen Warenautomaten und begehbaren Läden. Das Bezirksamt stufte den Store als reguläre Verkaufsstelle ein und untersagte die Sonntagsöffnung. Der Betreiber hat Widerspruch eingelegt, das Verfahren läuft noch. Sonntagsöffnung derzeit nicht möglich. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Rechtslage vor der Investition zu prüfen. Nicht danach.

Kunde betritt einen SB-Dorfladen an einem Sonntagmorgen per App-Zugang
So sieht es in der Praxis aus: Ein Kunde betritt am Sonntagmorgen den SB-Dorfladen per App — kein Personal nötig, kein Stress.

Pro und Contra: Soll ein Smart Store sonntags öffnen?

Ehrlich gesagt: Die Sonntagsfrage ist nicht nur juristisch, sondern auch menschlich. Ich verstehe beide Seiten. Die Sonntagsruhe hat Tradition, das ist ein Wert. Gleichzeitig sehe ich jede Woche, wie dankbar meine Kunden in Schöneburg sind, dass sie sonntags einkaufen können. Es gibt keine einfache Antwort. Aber es gibt gute Argumente auf beiden Seiten.

Pro Sonntagsöffnung

  • check_circleEchte Nahversorgung: Wenn der nächste Supermarkt 15 Kilometer weg ist und sonntags sowieso zu hat, schließt ein Smart Store eine reale Versorgungslücke.
  • check_circleKein Arbeitnehmer betroffen: Bei einem personallosen Konzept muss am Sonntag niemand arbeiten. Das Schutzziel des Gesetzes ist also gar nicht berührt.
  • check_circleWirtschaftlich oft entscheidend: Der Sonntagsumsatz kann bis zu 20 Prozent der Woche ausmachen. Für manche Standorte macht das den Unterschied zwischen rentabel und nicht rentabel.
  • check_circleModerne Lebensrealität: Schichtarbeiter, Pendler, junge Familien — viele Menschen können unter der Woche einfach nicht einkaufen. Der Sonntag ist für sie der einzige entspannte Einkaufstag.
  • check_circleZeitgemäßer Handel: Smart Stores sind digitale Nahversorgung. Es wäre seltsam, ein Konzept aus dem Jahr 2026 mit einem Gesetz von 1956 zu blockieren.

Contra Sonntagsöffnung

  • cancelSonntagsruhe hat Wert: Der freie Sonntag ist Grundgesetz, Tradition und für viele Menschen wichtig. Das sollte man nicht leichtfertig abtun.
  • cancelFairness gegenüber dem Einzelhandel: Der Bäcker nebenan, der am Sonntag zumacht, könnte sich benachteiligt fühlen. Verständlicherweise.
  • cancelTüröffner-Effekt: Wenn personallose Stores sonntags dürfen, fragen andere Händler zu Recht: Warum wir nicht? Das ist ein Argument, das ich ernst nehme.
  • cancelLärm in Wohngebieten: Lieferverkehr, Türen, Kunden — in einem ruhigen Wohngebiet kann das am Sonntag stören. Bei mir in Schöneburg war das kein Problem, aber in einer Seitenstraße könnte es anders aussehen.
  • cancelGesellschaftlicher Zusammenhalt: Ein gemeinsamer Ruhetag hat etwas Verbindendes. Nicht alles muss rund um die Uhr verfügbar sein.

Aus meiner Erfahrung rate ich: Nehmen Sie die Bedenken Ihrer Nachbarn ernst. Reden Sie vorher mit dem Gemeinderat, der Kirchengemeinde, den Anwohnern. Ein Smart Store, den das Dorf mitträgt, läuft besser als einer, der gegen Widerstände durchgedrückt wird. Das habe ich selbst erlebt — und ich kenne Fälle, wo es andersherum lief. Wenn Sie Unterstützung bei der Beratung mit Gemeinden brauchen, melden Sie sich gerne.

So setzen Sie die Sonntagsöffnung rechtssicher um

Wenn Sie sich für die Sonntagsöffnung entscheiden, gehen Sie es bitte systematisch an. Ich habe in meinen Beratungen einen Ablauf entwickelt, der sich bewährt hat. Damit vermeiden Sie die typischen Stolperfallen.

Sonntagsöffnung rechtssicher umsetzen

  • arrow_forwardLandesgesetz lesen: Schauen Sie sich das Ladenöffnungsgesetz Ihres Bundeslandes an. Suchen Sie nach Regelungen zu personallosen Verkaufsstellen und Ausnahmen vom Sonntagsverbot. Die Paragraphen stehen in der Tabelle oben.
  • arrow_forwardOrdnungsamt anrufen: Schildern Sie Ihr Konzept und bitten Sie um eine schriftliche Einschätzung. Mündliche Zusagen sind nett, helfen aber im Streitfall nicht. Ich empfehle immer: Alles schriftlich.
  • arrow_forwardPersonalfreiheit am Sonntag sauber dokumentieren: Zeiterfassung, Zutrittsprotokolle, Videoaufzeichnung — Sie müssen im Zweifelsfall beweisen können, dass kein Mitarbeiter am Sonntag im Laden war. Das ist nicht Paranoia, das ist Vorsorge.
  • arrow_forwardZugang automatisieren: Am Sonntag darf der Laden nicht frei begehbar sein. Kundenkarte, App oder EC-Karte — Hauptsache, der Zutritt ist kontrolliert und dokumentiert.
  • arrow_forwardNachbarn ins Boot holen: Sprechen Sie vorher mit Anwohnern und Gemeinde. Kein Lieferverkehr am Sonntagmorgen, keine laute Kühlung nachts. Rücksichtnahme kostet nichts und spart Ärger.
  • arrow_forwardFachanwalt fragen: Lassen Sie Ihr Betriebskonzept einmal von einem Fachanwalt für Gewerberecht prüfen. Kostet ein paar hundert Euro, gibt aber echte Sicherheit.
  • arrow_forwardAlles aufschreiben: Erstellen Sie ein schriftliches Betriebskonzept, das klar zwischen personalbesetzten und personallosen Zeiten unterscheidet. Das ist Ihr wichtigstes Dokument, falls es jemals Ärger gibt.
SB-Kasse und Zugangsterminal in einem Smart Store
SB-Kasse, Zugangsterminal und Videoüberwachung — die technische Basis für den personallosen Sonntagsbetrieb.

Häufige Fragen zur Sonntagsöffnung

Dürfen Smart Stores in ganz Deutschland sonntags öffnen?

Nein. In den meisten Bundesländern ist es für personallose Stores erlaubt, aber nicht überall. Berlin zum Beispiel macht Probleme, weil dort nur reine Automaten von der Sonntagsruhe ausgenommen sind, keine begehbaren Läden. Mein Rat: Prüfen Sie immer zuerst Ihr Landesgesetz und fragen Sie beim Ordnungsamt nach.

Was passiert, wenn am Sonntag doch ein Mitarbeiter im Laden ist?

Dann kann der komplette Betrieb als personalbetrieben eingestuft werden — auch wenn der Mitarbeiter nur kurz Regale auffüllt. Das bedeutet Verstoß gegen das Ladenschlussgesetz und mögliche Bußgelder. Ich kenne einen Fall, wo genau das passiert ist. Planen Sie Wartung und Auffüllen konsequent auf Werktage.

Gilt die Sonntagsöffnung auch an Feiertagen?

Meistens ja, die gleichen Regeln wie sonntags. Aber Vorsicht bei sogenannten stillen Feiertagen — Karfreitag, Totensonntag und so weiter. Da können zusätzliche Einschränkungen gelten, je nach Bundesland. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrem Ordnungsamt.

Brauche ich eine separate Genehmigung für die Sonntagsöffnung?

In den meisten Fällen nicht extra. Wenn Ihr personalloser Store nach Landesrecht von den Ladenschlussregelungen ausgenommen ist, brauchen Sie keine gesonderte Sonntagsgenehmigung. Trotzdem empfehle ich dringend, sich das schriftlich vom Ordnungsamt bestätigen zu lassen. Im Streitfall ist dieses Schreiben Gold wert.

Welchen Umsatzanteil kann ich am Sonntag erwarten?

Das hängt stark vom Standort ab. Aus meiner Erfahrung und den Zahlen aus meinem Netzwerk: zwischen 12 und 20 Prozent des Wochenumsatzes. In ländlichen Regionen ohne Sonntagsalternative eher am oberen Ende. Bei mir in Schöneburg liegt der Sonntagsumsatz seit Monaten stabil bei knapp einem Fünftel.

Kann mich ein Wettbewerber wegen der Sonntagsöffnung verklagen?

Grundsätzlich ja. Ein Wettbewerber kann einen Verstoß gegen das Ladenschlussgesetz als unlauteren Wettbewerb geltend machen. Genau deshalb ist die rechtliche Absicherung so wichtig. Wer nachweislich im Einklang mit dem Landesgesetz handelt, muss keine Abmahnung fürchten. Aber bitte: Nicht auf Lücke setzen, sondern sauber aufstellen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Hier die Kernpunkte, die Sie als Betreiber oder Gründer kennen sollten — kurz und knapp.

Checkliste Sonntagsöffnung Smart Stores

  • Das Bundesgesetz verbietet die Sonntagsöffnung, aber die Landesgesetze machen in den meisten Fällen Ausnahmen für personallose Stores.
  • Personalfreiheit ist der Schlüssel: Kein Mitarbeiter darf am Sonntag im Laden sein — nicht mal kurz.
  • Das Hybridmodell ist die sicherste Lösung: Wochentags mit Personal, sonntags vollautomatisch im SB-Modus.
  • Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland deutlich. Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
  • Auch wenn das Landesgesetz grünes Licht gibt, kann die Kommune über Lärmschutz oder Baurecht Auflagen machen.
  • Der Sonntagsumsatz liegt typischerweise bei 15 bis 20 Prozent der Woche. Für viele Standorte macht das wirtschaftlich den Unterschied.
  • Frühzeitig mit Ordnungsamt, Gemeinde und Nachbarn reden spart später Geld und Nerven.

Wie geht es weiter mit der Rechtslage?

Ehrlich gesagt: Die Gesetze hinken der Realität hinterher. Ladenschlussregeln aus einer Zeit, als es keine personallosen Läden gab, werden auf Konzepte angewandt, die der Gesetzgeber sich damals nicht vorstellen konnte. Das wird sich ändern — die Frage ist nur wann und wie.

Vieles spricht dafür, dass die Regeln für personallose Nahversorgung in den nächsten Jahren lockerer werden. Smart Stores breiten sich aus, die Politik will die Nahversorgung auf dem Land sichern, und die Gesellschaft gewöhnt sich an digitale Einkaufskonzepte. Einige Landesregierungen haben schon angekündigt, ihre Gesetze mit Blick auf autonome Verkaufsstellen zu überarbeiten.

Es gibt aber auch Gegenbewegungen. Gewerkschaften und Kirchen warnen davor, die Sonntagsruhe aufzuweichen, und fordern, personallose Stores genauso zu behandeln wie normale Läden. In einzelnen Bundesländern gab es dazu Gesetzesinitiativen — bisher ohne Mehrheit, aber das kann sich ändern.

Was heißt das konkret für Sie? Wenn Sie heute in einen Smart Store investieren, setzen Sie auf einen Trend, der nicht mehr umkehrbar ist. Die Chancen für eine rechtssichere Sonntagsöffnung stehen gut und werden tendenziell besser. Trotzdem mein Rat: Behalten Sie die Entwicklung in Ihrem Bundesland im Blick. Und bauen Sie Ihr Konzept so, dass es auch strengeren Anforderungen standhält.

Moderner Smart Store bei Sonnenuntergang in einer Dorfumgebung
Smart Stores verbinden digitale Technologie mit lokaler Versorgung — auch an Sonn- und Feiertagen. Die Zukunft der Nahversorgung ist längst da.
  • check_circleDie Sonntagsöffnung personalloser Smart Stores ist in den meisten Bundesländern erlaubt. Aber nicht in allen — prüfen Sie Ihr Landesgesetz, bevor Sie investieren.
  • check_circleAm Sonntag darf kein Mitarbeiter im Laden sein. Wirklich keiner. Sonst fällt die Ausnahme weg und es droht ein Bußgeld.
  • check_circleDas Hybridmodell — wochentags mit Personal, sonntags im SB-Modus — ist aus meiner Sicht die beste und sicherste Lösung für die meisten Standorte.
  • check_circleDer Sonntagsumsatz kann bis zu 20 Prozent Ihrer Woche ausmachen. Bei ländlichen Standorten ohne Alternative oft noch mehr.
  • check_circleReden Sie früh mit Ordnungsamt und Gemeinde. Ein kurzes Gespräch am Anfang erspart Ihnen einen langen Rechtsstreit am Ende.
  • check_circleDie Gesetze werden sich der Realität anpassen. Wer heute smart plant, steht morgen gut da.
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Sie planen einen Smart Store mit Sonntagsöffnung? Ich unterstütze Sie bei der rechtlichen Einordnung, der Standortanalyse und einem genehmigungsfähigen Betriebskonzept. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung begleite ich Sie durch den Prozess — mit der Erfahrung aus meinen eigenen Standorten in Schöneburg und Au bei Illertissen.

Stefan Schrapp

Stefan Schrapp

Smart Store Betreiber, Berater & Gründer von MeinSmartStore

Nach über 12 Jahren Selbstständigkeit im Online-Marketing suchte Stefan eine neue berufliche Herausforderung mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert. In den autonomen Nahversorgern entdeckte er die Lösung für ein wachsendes Problem: Immer mehr Gemeinden verlieren ihren letzten Lebensmittelladen. Stefan entschied sich, selbst anzupacken.

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